Diagnose „Brustkrebs“! Ein Dogma fällt!

Diagnose „Brustkrebs“! Ein Dogma fällt!

Weniger Eingriffe – weniger Gewinn

Ob Brustkrebspatientinnen operiert werden oder nicht, wird nicht nur von Medizinern entschieden, sondern auch von den Controlling-Abteilungender Kliniken.

Bei regelmäßigen Quartalsgesprächen zwischen Gynäkologen und Verwaltung wächst der Druck auf die Mediziner.

Dr. Johannes Bruns, Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, beobachtet diese Entwicklung mit Sorge: „Und wenn die Einnahmen des Chefarztes zu gering sind, dann wird man sagen ‚Du kriegst vielleicht ein Ultraschallgerät nicht mehr erneuert‘.

Das ist vielleicht noch das Sanfteste. Es geht bis hin zu dem Thema ‚Du kriegt vielleicht eine halbe oder eine ganze Arztstelle oder Pflegestelle gestrichen‘. Und das ist dann wirklich eine Form der Bedrohung für diese Abteilung.“

Chemotherapie ja oder nein?

Auch bei Patientin Marion Elsner entschieden die Ärzte nach bestem medizinischen Wissen. Sie verwendeten bei ihr einen Test, der bereits seit neun Jahren in den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) empfohlen wird.

Der uPA/PAI-1-Test kann bei der Entscheidung helfen, ob eine Patientin eine Chemotherapie bekommen muss. Prof. Nadia Harbeck hat den Tumortest mitentwickelt, der dazu beiträgt, Übertherapien zu verhindern.

Denn Schätzungen zufolge profitieren von 100 Patientinnen mit einem niedrigen Risiko höchstens 15 von einer Chemotherapie.

Der Test, für den das Tumorgewebe sofort nach der Operation schockgefroren werden muss, sucht nach bestimmten Eiweißen. Sie gelten als wichtige Indikatoren für die Krankheit. Ist der Anteil an uPA/PAI-1 im Tumorgewebe niedrig, haben Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium sehr gute Heilungschancen. Überschreitet der Anteil einen bestimmten Schwellenwert, ist eine Chemotherapie ratsam.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für den circa 200 Euro teuren Test in der Regel bisher nicht.

Viele Experten verstehen das nicht, denn für eine Chemotherapie fallen pro Patientin rund 8.000 bis 10.000 Euro an.

Anfragen von Kliniken und Patienten werden seit Jahren mit dem Hinweis abgelehnt, die Datenlage sei noch nicht eindeutig genug.

Bei Marion Elsner haben die Ärzte sich für den Test entschieden. Dadurch konnte ihr die Chemotherapie erspart bleiben.

Diagnose „Brustkrebs“!Ein Dogma fällt

viaDasErste.de – Plusminus – Brustkrebs 07.03.2012.

Weitere Infos und Kontakte …

Infos über Brustkrebs und zertifizierte Brustzentren
Deutsche Krebsgesellschaft e.V.

Krebsinformationsdienst
Deutsches Krebsforschungszentrum

Liste mit Kliniken, die den uPA/PAI-1 Test anbieten
American Diagnostica GmbH

Prof. Dr. Bernd Gerber, Universitätsfrauenklinik Rostock

Prof. Dr. med. Nadia Harbeck, Brustzentrum Universität München

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