U-Boot-Bunker Valentin in Farge – Was Schüler wissen sollten!

U-Boot-Bunker Valentin in Farge ist nicht nur eine Gedenkstätte, sondern auch ein sogenannter Denkort.

Erstes Schüler-Seminar in neuen Räumen am U-Boot-Bunker „Valentin“ soll Vorbild-Funktion haben.

Was Schüler wissen sollten!

Seit einem Jahr ist der U-Boot-Bunker Valentin in Farge nicht nur eine Gedenkstätte, sondern auch ein sogenannter Denkort. Das dazugehörige Gebäude ist zwar noch nicht ganz fertig, gestern haben aber die ersten Schüler auf den Stühlen in einem der neuen Seminarräume Platz genommen und sich mit der schrecklichen Vergangenheit des Betonklotzes beschäftigt. Eine Premiere, an der auch Bürgermeister Jens Böhrnsen teilnahm. Er selbst hat den Bunker im Alter von ungefähr zwölf Jahren zum ersten Mal gesehen.

Farge-Rekum. “Ein Tag im Lager – in Blut gebadet – auf immer und ewig. Ein Tag im Lager – mit seiner Pein – hat sich in Wahrheit gekleidet.” Poesie, die ein damaliger Sträfling in Farge, André Migdal, späteren Generationen hinterlassen hat. Zeilen, die das Grauen wiedergeben sollten, welches die am Bau des Bunkers beteiligten Zwangsarbeiter erleiden mussten. Zeilen, die nachdenklich stimmen. Genau das ist am “Denkort”, diesen Namen trägt der Betonklotz seit gut einem Jahr, ausdrücklich erwünschter denn je.

Bunker Valentin, “geheimnisvoller” Ort.

“Warum wurde so viel geschwiegen?”

70 Jahre nur Verharmlosung, aber offenbar keine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ?

Für die Schüler der Wilhelm-Focke-Oberschule in Horn-Lehe ist die Historie unfassbar.

Beim Bau des Bunkers Valentin in Farge starben Menschen, die von den Nazi-Behörden deportiert und in die Deutschen Arbeitslager gezwungen wurden.

So auch in den Lagern in Bremen – Nord,

Die Häftlinge wurden grausam misshandelt, schlecht untergebracht und mangelernährt,

alles unter Aufsicht der zuständigen Deutschen Behörden und deren Mitarbeiter.

Die am Bau des Bunkers beteiligten Deutschen Firmen und Mitarbeiter wurden sehr gut entlohnt und viele Bremer Kaufleute profitierten vom Leid der in Farge deportierten Häftlinge.

Ein Farger Geschäftsmann, der die Kantine der Baustelle betrieb und den Abtransport der verstorbenen Häftlinge organisierte lebte noch lange Jahre als geachteter und wohlhabender Geschäftsmann und niemand in Bremen – Nord fragte woher das Millionen schwere Vermögen stammte, noch heute leben die Nachfahren vom Ertrag des, beim Bunkerbau erwirtschafteten Vermögens.

Ein anerkannter und hochgeachteter Farger Arzt stellte im Auftrag der Nazi – Behörde, die Totenscheine für die grausam zu Tode gekommenen Häftlinge aus, Todesursachen waren nie Misshandlungen, Unterernährungen, Folter, Krankheiten.

Die bescheinigten Todesursachen waren Herz -und Organversagen und noch viele Jahre betrieb dieser Arzt eine gutgehende Arztpraxis und lebte noch lange Jahre, anerkannt und vermögend in Farge.

Ein Häftlings – Aufseher, der berüchtigt für seine grausame Brutalität war, erzählte seinen Kindern, wie er das „arbeitsscheue Gesindel“ auf der Baustelle zu „Höchstleistungen“ brachte, mit prügelnder Gewalt und grausamen Bestrafungen.

Dieser o.g. Aufseher wechselte nach dem Krieg in den öffentlichen Dienst und lebte noch viele Jahre in Farge, mit sehr guter Pension und gesellschaftlicher Anerkennung.

Aber nicht nur in Bremen – Nord blieben die „Diener des Todes“ nach Ende der Nazi – Herrschaft in „Amt und Würde“, im ganzen Land der Bundesrepublik saßen die Alt – Nazis an den Dreh – und Angelpunkten des „neuen Staates“.

Hans Filbinger, 15.9. 1913 Mannheim – 1. April 2007 Freiburg im Breisgau.

Hans Filbinger machte bei den Nationalsozialisten Karriere bis zum Marinerichter.

  • Es gibt Todesurteile, unterzeichnet von Hans Filbinger

    Der Deserteur Walter Gröger wurde zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Staatsanwalt Hans Filbinger beantragte danach die Todesstrafe. Das Gericht verurteilte Walter Gröger daraufhin im Januar 1945 zum Tode. Das Todesurteil wurde am 16. März 1945 vollstreckt. Hans Filbinger stellte als leitender Offizier das Exekutionskommando zusammen und gab den Feuerbefehl. OVB, 16.4.2007, S. 2
  • Hans Filbinger verhängte nach Kriegsende als Richter Strafen gegen Deutsche (petzold Petzold)

  • Hans Filbinger machte bei der CDU Karriere.

Filbinger ist nur einer von vielen, die gesellschaftlich geachtet und relativ vermögend die grausame Nazi – Herrschaft überlebten.

Günther Oettinger, CDU, Ministerpräsident Baden-Württemberg, im Nachruf auf Filbinger:
“Anders als in einigen Nachrufen zu lesen, gilt es festzuhalten: Hans Filbinger war kein Nationalsozialist. Im Gegenteil: Er war ein Gegner des NS-Regimes?

Was damals Recht war, kann heute nicht Unrecht sein, so naiv rechtfertigte Hans Filbinger, CDU, seine Tätigkeit als NS-Marinerichter.

Die Opfer,

Die Opfer aber, z.B.

Harry Callan, mußte Zwangsarbeit auf der Bunkerbaustelle, Arbeit beim Lagerarzt und in einer Gärtnerei leisten, erst 56 Jahre später konnte er mit seiner Familie über diese schlimmen Zeiten sprechen.

Lucien Hirth,befand sich vom Juli 1944 bis zu dessen Auflösung im Außenlager Farge des KZ Neuengamme.

Mit der Auflösung des Außenlagers folgten die Todesmärsche der Inhaftierten zu den Schiffen in der Lübecker Bucht. Dort überlebte er auch die Schiffsbombardierungen.

Dieses waren die prägende Stationen seines jungen Lebens.

7000 Häftlinge erlebten die Befreiung nicht — er ja.

Frei, aber warum ich?
(Hirth, Lucien, 37014 Neuengamme).

Lucien Hirth verstarb am 5. Oktober 2008 in Reims.

Klaas Touber , musste auf der Baustelle der geplanten U-Boot-Bunkerwerft Valentin in Rekum unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten.

Bei seiner Entlassung aus dem später als „Todeslager“ bezeichneten Straflager in Farge wog er noch 40 Kilogramm.

Den „Hass auf alles Deutsche“ überwand Klaas Touber als einer der vielen traumatisierten NS-Opfern „nervenkrank“ und arbeitsunfähig, erst zum Ende seines Lebens.

Ein Teil seines Autobiografie-Manuskripts wurde 1995 in dem deutschsprachigen Buch Hortensien in Farge. Überleben im Bunker „Valentin“ veröffentlicht, das auch Beiträge und Gedichte der ehemaligen Zwangsarbeiter Raymond Portefaix und André Migdal enthält und das im Bremer Donat Verlag erschienen ist.

Was hat die Gesellschaft aus der grausamen Nazi – Vergangenheit gelernt?

Verbrechen lohnt sich?

oder

Nichts, nichts, rein gar nichts!

http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/DIE-NORDDEUTSCHE/586992/Meilenstein-fuer-den-Denkort.html

http://www.gavagai.de/tb/HHD02HF.htm

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,476898,00.html

http://bremen-nord.jimdo.com/das-tanklager-wasserberg-in-farge-blog-feed/

http://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/?id=848

http://tanklager1941wifo1945farge.wordpress.com/

http://tanklager-farge.blogspot.de/2010/11/bremen-nord-farge-neuenkirchen.html

Das Tanklager in Farge.

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